Marienlob durch acht Jahrhunderte - 01.12.1985

Allein sieben verschiedene Vertonungen des „Ave Maria“ in lateinischer oder deutscher Sprache zeigten, wie sich Komponisten zu allen Zeiten immer wieder mit der Gestalt Mariens beschäftigten. Das Konzert des Heilig-Kreuz-Chores unter der Leitung von Karl-Heinz Geier gliederte sich in drei Themenkreise: „Mariä Verkündigung“, „Marias Besuch bei Elisabeth“ und „Maria in der Kirche“. Pater Erenfried führte in die drei Abschnitte jeweils mit Lesungen und betrachtenden Texten ein und spannte einen Bogen von der Frage „Wer ist Maria?“ bis zur Bedeutung Mariens für uns heutige Christen.

Akzente setzten auch die Orgelbeiträge von Barbara Weber. Eine Aufgabe, der sie sich mit nunmehr schon gewohnter Bravour widmete. Dass der evangelische Johannes Brahms in seinem op. 22 einen Kranz herrlicher Marientexte vertonte, dürfte die Bedeutung Mariens für die Ökumene unterstreichen. Erwähnenswert sind die am Ende des Konzerts vorgetragene Raritäten, wie etwa das „Gegrüßet seist du, Maria“ von Hermann Neher, dem Schwager des Dirigenten. Ein sehr innig empfundenes Werk, das sich zum Schluss hin steigert und in einem flehenden Aufschrei um die Fürbitte der Gottesmutter gipfelt. Eine weitere Entdeckung war das „Ave Maria“ von Karl May, dem bekannten Verfasser von Reiseerzählungen aus dem Wilden Westen und dem Vorderen Orient. Aufmerksamen Karl-May-Lesern war zumindest der Text des „Ave Maria“ bekannt, das in „Winnetou III“, vorgetragen von einem Doppelquartett, bereits „Old Shatterhand“ zu Tränen rührte.  „Auch beim abschließenden „Tota pulchra es, Maria“ von A. Bruckner zeigte der Heilig-Kreuz-Chor trotz eineinhalbstündiger Programmdauer kaum Ermüdungserscheinungen und stellte noch einmal unter Beweis, dass er unter den katholischen Kirchenchören in weiter Umgebung eine Spitzenstellung einnimmt“, schreibt der Kritikschreiber am Ende seines Zeitungsberichtes.