Chorfreizeit Memhölz - 26. bis 28.02.2010


Zu einer Chorfreizeit vom 26.02.2010 bis 28.02.2010 trafen sich 23 Sängerinnen und Sänder des Kirchenchors im Schönstattzentrum der Diözese Augsburg bei Memhölz im Allgäu, um die Probenarbeit an der der für das Osterhochamt geplante "Spatzenmesse"- Missa brevis C-Dur - von W.A. Mozart weiter zu vertiefen. Darüber hinaus war es Ziel ein anspruchsvolles Programm für das Benefizkonzert im April 2010 zu Gunsten der Sanierung der Pfarrkirche Heilig Kreuz zu erarbeiten.

Bereits zum vierten Mal war der Chor zu Gast im "Haus der Familie - Schönstatt auf''m Berg". Durch die fast vollzählige Teilnahme der Chormitglieder - einige wenige waren krankheitsbedingt verhindert - war die Voraussetzung für einen ausgewogenen Chorklang gewährleistet.

Bei den intensiven Proben arbeitet der Chor unter der Leitung seines jungen Dirigenten Simon Fröstl am "Abendlied" aus den "Drei geistlichen Gesängen" opus 69 von Josef Rheinberger. Die sechsstimmige geistliche Vokalkomposition des damals 16-jährigen Rheinbergers "Bleib bei uns, denn es will Abend werden" zeigte sich heikel in der Intonation und erforderte von den Sängern hohe Konzentration und Spannung.

Nicht weniger anspruchsvoll erwies sich die Feinarbeit an Josef Rheinbergers "Ave Maria", dessen Dynamik sauber herausgearbeitet werden musste und insgesamt eine saubere Stimmführung und Homogenität des Klangkörpers erfordert.

Der von Psalmtexten inspirierte Felix Mendelssohn-Bartholdy hinterließ neben vier weiteren Orchesterpsalmen sein wohl schönstes und bekanntestes geistliches Chorwerk "Psalm 42, welches er im Jahr 1837 auf seiner Hochzeitsreise komponierte. Sein Zeitgenosse Robert Schumann bewertete diese Komposition als höchste Stufe seines Schaffens. Von der Schönheit des Stückes angetan, erweiterte Simon Fröstl das Programm für das Benefizkonzert im April und erarbeitete mit dem Chor den Eingangschor aus Psalm 42, "Wie der Hirsch schrei nach frischem Wasser".


 Chorfreizeit 2010

Neben dem straffen Probenprogramm, kam auch das gesellige Zusammensein nicht zu kurz. Viel zu lachen gab es an den beiden Abenden im "Burgstüble". Kuno Leibold interpretierte humorvoll Willy Astors "Radkäppchen und der böse Golf" und wer gut hinhörte, vermochte so manche technische Raffinesse rund ums Auto wiederzuerkennen. Interessante Spiele zur Unterhaltung hatte sich Anna Diendorfer ausgedacht, der ihre Cousine Daniela Lechner assistierte. So mancher wuchs bei Geschicklichkeits-, Pantomime- und Gesellschaftsspielen aller Art über sich hinaus und neue Talente wurden entdeckt. Für Stimmung besonderer Art sorgte die Einstudierung des Kinderliedes "Saa saa akroma" aus Ghana. Die Semiprofi-Trommler Kuno und Karin Leibold hatten Perkussionsinstrumente mitgebracht und luden ein in die beschwingte Rhytmik afrikanischer Tradition.

Die musikalische Umrahmung des Sonntagsgottesdienstes in der Hauskapelle war für den Heilig-Kreuz-Chor selbstverständlich. Trotz Fastenzeit und damit angesagter besinnlicher Kirchenmusik ließen es sich die Chormitglieder nicht nehmen, das am Abend zuvor eingeübte afrikanische Kinderlied am Ende des Gottesdienstes vorzutragen – sehr zur Freude der teilnehmenden Gemeinde.

Während der gemeinsamen Tage wurde der Chor mit dem Rüstzeug engagierten Musizierens ausgestattet und die erlernten Musikstücke waren zu beachtlicher Reife gelangt. Der Chor präsentierte sich überwiegend tadellos in der  Intonation und wunderschöner Klangfülle. Freunde der Kirchenmusik dürfen gespannt sein auf das von Chor und Orchester musikalisch gestaltete Osterhochamt und auf das Benefizkonzert am 18. April 2010 in der Pfarrkirche Heilig-Kreuz Deggingen.

Susanne Scheiring