Primizfeier von Pater Maurus Adolf Wagner, am 18. Juli 1954


Die ganze Gemeinde feierte am vergangenen Samstag und Sonntag ein seltenes Fest. Pater Maurus Wagner, einziger Sohn von Johannes Wagner, Werkmeister, und Pauline geb. Bittlinger, feierte in seiner Heimat den Tag seines ersten heiligen Messopfers. Straßen und Häuser waren festlich beflaggt und geschmückt und Ehrenpforten standen am Ortseingang, bei der Kirche und am Elternhaus. Während kirchliche und weltliche Vertreter aus der Gemeinde, mit Bürgermeister Haefele an der Spitze, den Primizanten und dessen Vorgesetzten Abt Riha, aus dem Kloster Michaelbeuren in Österreich am Bahnhof in Geislingen begrüßten und die mit Blumen geschmückte Autokolonne ins Täle zurückfuhr, formierte sich bei der Kirche die Gemeinde zum Prozessionszug. Vertreter der katholischen Jugend überreichten dem Neupriester als Zeichen seiner Würde und des priesterlichen Wirkens eine Stola. Beim Einzug unter Glockengeläut in die Kirche erfüllten feierliche Orgeltöne und das Lied „Zu dir erheb´ ich meine Seele“ den reich geschmückten Kirchenraum. Pfarrer Keilbach hielt die Begrüßungsansprache und hieß den Sohn der Gemeinde und den Abt seines Klosters herzlich willkommen.

Am darauf folgenden Primiztag hielt sein früherer Seelsorger, der Jesuitenpater Weh aus München die Festpredigt. Danach kam für Pater Maurus die Stunde seines ersten Messopfers. Dazu sang der Kirchenchor eine Festmesse von Josef Gruber unter Begleitung von Streichern.

Nach dem Festmahl und der feierlichen Vesper versammelte sich die Gemeinde im Hirschsaal. Die Pfarrjugend wirkte mit Liedern, Reigen, Gedichtvorträgen, dem Weihespiel zur Primiz und dem Spiel von den Sakramenten mit. Kirchenchor und Gesangverein trugen durch schöne Chorvorträge ebenfalls zum Gelingen der Feier bei. Mittelpunkt der Feier waren die Festreden von Pfarrer Keilbach, Bürgermeister Haefele und von Abt Riha. Dieser gab zu erkennen, dass er sich sehr gefreut habe, mit dem jungen Pater seiner Abtei in dieses Land zu kommen. Er habe schon viele Primizfeiern erlebt, doch diese Feier in Deggingen war sicherlich die schönste und eindrucksvollste in seinem Priesterleben gewesen.

Am Abend versammelte sich die Gemeinde noch einmal in der Kirche zur Marienfeier. Mit einem Ständchen, gesungen vom Kirchenchor und der Concordia, fand der Festtag seinen Abschluss.

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